Croissants, oder: Wie ich mich zu Neujahr an Plunderteig heranwagte…

Croissants

Ihr Lieben, nachdem ich mich über Weihnachten ins besinnliche Familienleben zurückgezogen hatte, habe ich zum Start ins neue Jahr einen echten Knaller für Euch! Als ich zuletzt das wunderbare Backbuch „Der große Lafer Backen“ in der Hand hatte, um ein Grissini-Rezept herauszusuchen, fiel mir wieder einmal das Croissants-Rezept ins Auge, das ich schon immer machen wollte, mich aber noch nie herangetraut habe. Und diesmal hieß es: Nicht kneifen! Ran an den Teig. Also habe ich mich ins Wagnis Plunderteig gestürzt – der sich vom Blätterteig nur durch den Bestandteil Hefe unterscheidet. Ich habe gewalgt, gemessen und ein paar Stoßgebete nach oben geschickt. Denn wenn ich mir schon die Arbeit mache, soll’s natürlich auch gut werden. Und was soll ich sagen: Fantastisch! Das erste Blech (sechs Croissants) wurde zu zweit innerhalb kürzester Zeit vertilgt :)
Wenn ihr also keine Angst vor Aufwand habt und dazu die nötige Lust habt, den Teig mal selbst auszuprobieren, habe ich das perfekte Rezept für Euch. Das Einzige, was ihr mitbringen müsst, ist Geduld und ein wenig Fingerspitzengefühl.

Croissants-1

Zutaten

für den Teig (ergibt ca. 1 kg)

  • 500 g Mehl
  • 0.5 Würfel Hefe (21 g)
  • 300 ml kalte Milch
  • 25 g brauner Zucker
  • 10 g Salz
  • 250 g Butter

für die Croissants

  • 1 Ei
  • 50 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • Je nach Lust auf Füllung: 160 g Zartbitterschokolade

Zubereitung

Gebt das Mehl in eine Schüssel und bröselt die Hefe darüber. Fügt die (sehr) kalte Milch, den Zucker und das Salz hinzu und verknetet alle Zutaten mithilfe eurer Küchenmaschine oder den Knethaken eures Handrührgeräts zu einem geschmeidigen Teig. Wickelt den Teig locker in Klarsichtfolie ein, so dass keine Luft daran kommt, und lasst ihn im Kühlschrank mindestens zwei Stunden – oder über Nacht – ruhen. Währenddessen könnt ihr die Butter vorbereiten. Sie lässt sich am besten verarbeiten, wenn ihr sie ca. 20 Minuten vorher aus dem Kühlschrank genommen habt. Legt euch dazu zwei Bögen Backpapier bereit und zeichnet auf das obere Blatt ein Quadrat (20×20 cm). Legt nun die Butter zwischen die beiden Backpapierbögen und rollt sie auf die Maße des Quadrats aus. Um die Butter in Form zu bekommen, könnt ihr ein Lineal zu Hilfe nehmen. Legt die Butter bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank.

Plunderteig-Vorbereitungen-1Plunderteig-Vorbereitungen-2Plunderteig-Vorbereitungen-3

Kurz vor Ende der Ruhezeit könnt ihr die Butter wieder aus dem Kühlschrank nehmen. Sie sollte nicht zu weich, aber auch nicht zu fest sein. Rollt den Teig nun auf einer bemehlten Arbeitsfläche auf die Maße 20×40 cm aus. Legt die Butter in die Mitte des Teigs und klappt den Teig über die Butter. Drückt den Rand an allen Seiten gut zusammen, bis die Butter komplett vom Teig umschlossen ist.

Plunderteig-Vorbereitungen-4Plunderteig-Vorbereitungen-5

Dreht nun den Teig um 90 Grad und rollt ihn gleichmäßig zu einem Rechteck mit den Maßen 20×90 cm aus. Faltet nun das obere Drittel (=30 cm) des Teiges nach unten Richtung Mitte und klappt dann das untere Drittel darüber. Der Teig hat nun die Maße 20×30 cm.

Plunderteig-Falten

Bestäubt den Teig nun mit ein wenig Mehl und gebt ihn auf ein mit Backpapier bestücktes Blech und lasst ihn für weitere 30 Minuten im Kühlschrank ruhen. Bedeckt ihn dabei mit Frischhaltefolie, damit er nicht austrocknet.
Im Winter kann man das Blech natürlich wunderbar auch auf dem Balkon zwischenparken :)

Plunderteig-Falten-2

Wiederholt jetzt das Ausrollen (20×90 cm), das Einklappen und das 30-minütige Kaltstellen dreimal. Vergesst dabei nicht, den Teig jeweils um 90 Grad zu drehen. So entstehen die vielen schönen Schichten, die den Teig nachher so herrlich locker-luftig machen.

Wenn ihr den Plunderteig nicht gleich verarbeiten wollt, könnt ihr ihn einfrieren oder ca. zwei Tage in Alufolie gepackt aufheben.

Nun geht’s an die Croissants:

Macht euch aus Pappe eine Schablone für ein Dreieck mit einer 10 cm langen Basis und jeweils 20 cm Seitenlängen. Rollt den Teig 5 mm dick und so breit, wie die Schablone ist, aus. Aus einem Kilogramm Plunderteig bekommt ihr ca. 20 Croissants. Wenn ihr also nicht so viele Gäste habt – oder nicht so viele Croissants auf einmal verdrücken möchtet –, könnt ihr auch nur die Hälfte des Teigs verwenden und den Rest einfrieren. Lasst den Teig kurz ruhen, damit er sich entspannt.

Croissants-Zuschneiden Croissants-belegen-rollenCroissants-roh

Schneidet nun mithilfe der Schablone und eines Teigrollers Dreiecke aus. Falls ihr die Croissants mit Schokolade füllen möchtet, könnt ihr die breiten Enden mit geraspelter Schokolade bestreuen. Haltet die Spitze des Dreiecks fest und rollt die Teigdreiecke nun langsam auf. Legt nun jeweils sechs Croissants auf ein mit Backpapier belegtes Blech und gebt ein feuchtes Tuch darüber. Lasst die Croissants 1.5 Stunden an einem warmen Ort gehen, bis sie sich in etwa verdoppelt haben.

Kurz vor Ende der Ruhezeit könnt ihr Euren Backofen auf 240°C Ober- / Unterhitze (220°C Umluft) vorheizen und das Ei mit der Milch und dem Salz verquirlen. Ist der Backofen heiß, bepinselt ihr die Croissants mit dem Ei-Milch-Gemisch und gebt sie in den Ofen. Schaltet ihn direkt auf 180°C (bzw. 160°C Umluft) zurück und lasst die Teiglinge ca. 15 – 20 Minuten goldbraun backen.

Ich genieße meine Croissants am liebsten ungefüllt mit Butter und selbstgemachter Erdbeermarmelade, aber ihr könnt die Croissants auch herzhaft mit Käse und Schinken füllen.

Das Rezept zum Ausdrucken findet ihr *hier* oder im Rezeptindex unter C.

Ich wünsche euch ein genussvolles, glückliches Jahr 2015 und guten Appetit!

♥ Eure Dina

Tipp: Beim Teig ausrollen ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Drückt nicht zu fest beim Rollen, denn die einzelnen Schichten, die durch die Butter getrennt werden, sollen nicht zerstört werden. Bei mir hat sich durch die Hefe allerdings ab und zu eine Blase gebildet, die ich vorsichtig geöffnet habe. Das hat der Luftigkeit der Croissants keinen Abbruch getan ;)

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12 Kommentare zu “Croissants, oder: Wie ich mich zu Neujahr an Plunderteig heranwagte…

  1. lixiepott 1. Januar 2015 um 12:56 Reply

    Liebe Dina,
    ich wünsche Dir alles Gute und Liebe für das neue Jahr und ich freue mich auf viele weitere leckere Knaller von Dir! Die Ctroissants sehen fantastisch aus. Die sind Dir wirklich gut gelungen!
    Liebste Grüße und einen guten Start,
    Lixie <3

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  2. anja zimtschnegge 1. Januar 2015 um 16:17 Reply

    Das beste für 2015 und du fängst das neue jahr ja schon perfekt an. die croissants sehen köstlich aus ! viele grüsse von anja

    Gefällt 1 Person

  3. Michael 3. Januar 2015 um 11:45 Reply

    Klasse, wirklich ein super Ergebnis. Respekt.
    Alles liebe für 2015!

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    • Dina 3. Januar 2015 um 23:14 Reply

      Danke, Michael! Dir auch alles Liebe für 2015!

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  4. denpfundenadios 14. Januar 2015 um 9:57 Reply

    Im Moment darf ich nicht, aber irgendwann werde ich das backen.
    http://denpfundenadios.de ;)

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    • Dina 14. Januar 2015 um 10:23 Reply

      Das freut mich! Wenn’s dann soweit ist: guten Appetit :)
      Liebe Grüße, Dina

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  5. FortuneCookie 16. März 2015 um 18:45 Reply

    Liebe Dina,
    einen liebevoll gestalteten Blog mit vielen tollen Rezepten hast Du! :-)
    Mit dieser Anleitung werde ich mich vielleicht auch mal an selbstgemachten Blätterteig trauen…
    Lieben Gruß
    FortuneCookie

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    • Dina 17. März 2015 um 10:03 Reply

      Danke, das freut mich :) Blätterteig – oder wie hier Plunderteig (mit Hefe) – ist wirklich kein Hexenwerk. Eben nur sehr auswendig. Viel Spaß beim Ausprobieren und liebe Grüße, Dina

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      • FortuneCookie 17. März 2015 um 14:55

        Gut zu wissen, danke! Ich werde berichten, wenn ich mich dann rangetraut habe :)
        Liebe Grüße
        FortuneCookie

        Gefällt 1 Person

  6. […] endlich endlich habe ich mich an Plunderteig herangetraut. Ich habe dieses Rezept von Dina von heiß & innig verwendet, nachdem Dina mir noch mal Mut zugesprochen hat. Danke […]

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