Fernweh stillen: Peanut Kisses

A-Peanut-Kisses

Bei diesem Schmuddelwetter überkommt mich heftiges Fernweh. Diesmal zieht es mich auf die Philippinen, die ich im November 2013 bereisen durfte. Unsere Reise fing schon turbulent an, denn kurz bevor wir flogen, stürmte der Taifun Haiyan (bzw. Yolanda) über die Philippinen. Da wir uns aber vorwiegend im Norden (Luzon) und im Süden (Mindanao) aufhielten, haben wir von den Sturmschäden fast nichts mitbekommen. Nur auf Boracay hatten wir immer wieder Stromausfälle und es lagen umgestürzte Bäume und Äste herum. Neben der wunderschönen und vielfältigen Landschaft, waren die Philippinen auch kulinarisch interessant: Ob Ube-Eis (aus einer violetten Süßkartoffel), Kalamantsi (eine kleine Zitrusfrucht, die nach einer Mischung aus Limette und Mandarine schmeckt) oder Bagoong (philippinische Shrimp-Paste), ich habe mich (fast) überall durchge(fr)essen. Heute habe ich einen süchtig machenden Snack aus Erdnüssen und Eiweiß für euch: Das Original heißt „Bohol Peanut Kisses“, ist nicht zu süß und gibt es leider nicht in Deutschland. Deshalb habe ich etwas herumexperimentiert und euch meine Version hier zusammengestellt. Gekrönt wird das Rezept von ein paar meiner Eindrücke, damit ihr vielleicht auch einmal Lust auf eine Tour durch diesen schönen Inselstaat bekommt :)

Peanut-Kisses-1

Zutaten

  • 300 g geröstete Erdnüsse (nicht gesalzen!)
  • 1 Eiweiß (Gr. L | 42 Gramm)
  • 1 Prise Salz
  • 30 g Puderzucker
  • 30 g Vollrohrzucker
  • 1 TL Vanille-Extrakt

Zubereitung

Backofen auf 130°C (Umluft) vorheizen. Erdnüsse mit dem Mixer mahlen. Das Nussmehl darf ruhig noch stückig sein – also mixt es nicht zu lange. Gebt das Eiweiß und das Salz in eine Schüssel und rührt es mit dem Handrührgerät halb steif. Dann gebt ihr beide Zuckerarten dazu (siebt vorher den Puderzucker) und rührt alles zu einer cremigen, glänzenden Masse. Rührt das Vanille-Extrakt darunter und gebt die Erdnüsse darüber. Mengt alles gut mit einem Löffel durch. Dabei entsteht ein fester, leicht klebriger Teig. Benetzt eure Hände leicht mit Wasser und formt 35 kleine Pyramiden. Setzt sie auf ein mit Backpapier bestücktes Backblech und gebt sie auf mittlerer Schiene in den Ofen.

Nach 15 Minuten reduziert ihr die Hitze auf 80°C und lasst die Peanut Kisses für weitere 60 Minuten trocknen. Die Erdnuss-Pyramiden sollten nicht zu braun, sondern nur schön crunchy werden.

Das Rezept zum Ausdrucken findet ihr *hier* oder im Rezeptindex unter P.

bohol-peanut-kisses

So sieht die Original-Verpackung der Bohol Peanut Kisses aus.


Reisebericht:
Philippinen – ein wunderbar vielfältiges Land… oder sollte ich Meer sagen?

Als Anfang November 2013 der Taifun Haiyan über die Philippinen fegte und ich mit meinen Freunden keine zwei Tage später dort hinfliegen sollte, musste ich zuerst kurz schlucken. Nach kurzem Googlen und beruhigenden Worten von den Eltern meiner lieben Freundin Rosel, mit denen wir reisten, war es aber sicher: Wir fliegen, ganz klar! Dazu muss man leider auch sagen, dass die Medien, die immerzu schrien „Philippinen verwüstet“, eigentlich nur die Mitte der Philippinen meinten. Nachdem sich meine Großeltern wahnsinnige Sorgen um mich machten erklärte ich es ihnen in etwa so: „Stellt euch bitte ein Land vor, das etwa von Skandinavien bis nach Spanien reicht. Und in der Schweiz hat es furchtbar schwer gestürmt. Ich besuche aber Dänemark und Italien“. So konnte ich sie wenigstens etwas vertrösten.

Philippinen-10

Los ging unsere Reise in San Fernando (Provinz La Union) im Norden von Luzon, der größten und nördlichesten Insel der Philippinen. Wir mussten vom Flughafen noch ca. 6 Stunden mit einem Kleinbus fahren bis wir angekommen sind. Ihr könnt euch vorstellen, dass das nach fast einem Tag Reisezeit noch einmal ganz schön anstrengend war. Aber schlafen konnten wir kaum, denn draußen gab es so viel zu sehen: Reis, der auf den Straßen trocknen, das Meer, Berge, Märkte und Weihnachtsdekoration. Weihnachtsdekoration? Ja, ihr habt richtig gelesen: Auf den Philippinen sieht man in der Vorweihnachtszeit auch (Plastik-) Tannenbäume, blinkende Sterne und Nikoläuse, die an leitern hochklettern oder mit dem Schlitten auf dem Dach landen. Nachdem wir uns ausgeladen hatten, gab’s dann zuallererst mal Halo Halo und eine leckere frische Kokosnuss, aus der man erst die Milch schlürft, sie dann aufbricht und das noch weiche Fruchtfleisch raulöffelt *mjam*. Weiter ging es dann in die Berge (Bagiuo) und nach Vigan, der „spanischsten“ Stadt auf den Philippinen.

Kaffee-Beeren

Wilder Kaffee: Ich war total faziniert, da ich bis dato noch keine Kaffeebeere in Natura gesehen hatte. Und auf dem Weg nach Sagada (in den Bergen) wächst Kaffee einfach mal so am Straßenrand.

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Links neben der Kokosnuss seht ihr Halo Halo, bestehend aus süßen Bohnen, eine Art grüner Wackelpudding, eingelegte Früchte, Kokosspäne und Ube-Eis.

Nachdem wir das Meer, die Berge, Höhlen (Sagada) und Tiere im Norden bestaut und das leckere Essen (vorwiegend hausgemacht von Rosels Mama) genießen durften, ging’s nach fünf Tagen weiter nach Manila. Auf dem Weg dorthin hielten wir in Pandi an. Dort unterhalten die Eltern einer Freundin ein Weisenhaus für Mädchen. Wir wurden so nett begrüßt – mit Tanz, Gesang und leckerem Essen. Die wirklich süßen Mädchen tauten auch recht schnell auf und haben es geliebt, sich fotografieren zu lassen. Wenn ihr ein tolles Projekt unterstützen wollt, könnt ihr ja mal bei der Website der Rene-Pedrozo-Hilfe e.V. vorbei schauen (ich sehe gerade, dass die Seite bearbeitet wird, aber wiederkommen lohnt sich). Ich kann euch garantieren, dass die gespendeten Gelder wirklich dort ankommen und es den Mädchen richtig gut geht.

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Als wir uns dann schweren Herzens auf den Weg nach Manila machten, wusste ich nicht, was mich erwartet: Ehrlich gesagt wurde ich von dieser riesigen Stadt ein wenig überrollt. So viele Menschen, noch mehr Autos. Alles steht, alles hupt. Wir standen ewig im Stau um von A nach B zu kommen. Also ging’s erst einmal ausgehungert in die Mall und ich habe Brownies geshoppt :) Man, waren die lecker!

Pinas-1Nach einer Übernachtung bei Freunden der Familie ging es für uns schon weiter nach Davao auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen, um zu schnorcheln, die Umgebung zu erkunden und… Krabben am Strand zu verfolgen – ich weiß: die armen Crabs, aber es hat einfach furchtbar Spaß gemacht. Außerdem waren wir auf dem Davao River raften. Wir wurden in Schwimmwesten und Helme gesteckt, professionell eingewiesen und dann ging’s auf den Fluss. Wir hatten monstermäßig Spaß, uns tat am Ende alles weh, aber keiner von uns ging ohne ein breites Lächeln auf dem Gesicht.

Eine der Spezialitäten von Davao ist übrigens die Durian-Frucht. Sie wird auch Stink-Frucht genannt – und das völlig zu recht. Puh, der Geruch ist wirklich nicht angenehm! Deshalb darf man sie auch nicht mit aufs Hotelzimmer nehmen. Mein Geschmack ist es nicht, auch wenn viele das Aroma mögen.

Leider ging IMAG1868es nach kurzer Zeit schon wieder zurück nach Manila, wo wir noch einmal eine Nacht verbrachten, bevor wir weiterflogen.

Die letzte Insel, die wir besucht haben, war Boracay vor der Insel Panay (Provinz Aklan). Dort konnten wir die ersten Sturmschäden entdecken und hatten auch Probleme mit dem Strom, der teilweise mitten in der Nacht abgestellt wurde und wir in unserem eigenen Saft geschlafen haben (war nicht weiter schlimm).

Dort verbrachten wir auch einen der lustigsten Abende: Direkt am Strand gelegen befindet sich das Regency Beach Resort. Ein Highlight – neben dem köstlichen Essen: Die Köche tanzen. Ja, sie haben sogar eine richtige Choreografie.

Müde und glücklich mit den vielen Eindrücken, die wir bis dahin gesammelt hatten, konnten wir an diesem Abend so richtig ausgelassen feiern.

Am letzten Tag auf Boracay sind wir dann noch einmal Schnorcheln gewesen. Das Schöne daran: Die Fische haben mir aus den Händen gefressen. Es ist schon komisch, von so vielen Fischen umschwärmt zu werden. Aus dem Mittelmeer kennt man das nicht. Vielleicht sollte ich doch einmal über einen Tauch-Schein nachdenken?

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Pinas-Tauchen

Leider ging es auch von Boracay viel zu schnell wieder zurück nach Manila, wo uns der unangenehmste Teil unserer Reise bevorstand. Wir mussten noch einmal nach San Fernando zurück und haben uns für einen Überland-Bus entschieden. Der Bus ist sehr komfortabel, keine Frage. Leider mögen es die Filipinos gerne kalt im Bus – gefühlt: 5 Grad. Wenn man also mit seinen Sommerklamotten ca. 6 Stunden im Bus verbringt, könnt ihr euch in etwa vorstellen, wie kalt uns war. Für den Fall, dass ihr jemals auf die Idee kommt, mit diesen Bussen zu reisen: Packt euch lange Hosen und einen Pulli ein – am besten noch ein großes Handtuch oder eine Decke (ich übertreibe nicht!). Eine meiner Mitreisenden war danach krank: Erkältung bei einer Außentemperatur von 35°C. Verrückt!

Nach ein paar Übernachtungen und Souvenir-Shopping in diversen Malls machten wir uns wieder auf den Weg zum Clark Airport, von dem aus es wieder nach Hause ging. Wir haben auf den Philippinen drei unglaublich anstrengende, aufregende und wunderschöne Wochen verbracht. Ich möchte auf jeden Fall wieder dorthin zurück!

Wenn ihr bis hier hin gelesen habt: Danke! Ich hoffe euch hat mein kleiner Reisebericht gefallen und ihr habt Lust auf die Philippinen bekommen. Es ist wirklich ein wunderbares Land!

Ich schnapp mir jetzt noch ein paar Peanut Kisses, kuschel mich ein, schwelge in schönen Erinnerungen und träume mich weg :)

Bleibt neugierig
♥ Eure Dina

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Klettertour durch die Höhlen von Sagada. Die Höhlen sind nicht immer überflutet. Wir hatten das Glück oder Pech, dass es bei uns sehr feucht zuging.

 

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7 Kommentare zu “Fernweh stillen: Peanut Kisses

  1. IsisMond 15. Februar 2015 um 9:49 Reply

    Danke für die kleine Rundreise (tolle Fotos) und das super Rezept. Ich mag es wenns nicht so süß ist. Reduziere bei fast allen Süßspeisen die Zuckermenge. Schönen Sonntag.

    Gefällt 1 Person

    • Dina 15. Februar 2015 um 10:47 Reply

      Danke Dir! Ja, ich mag es auch nicht, wenn es zu süß ist. Zum Glück kann man meist den Zucker etwas reduzieren ;)
      Liebe Grüße, Dina

      Gefällt 1 Person

  2. marichen21 15. Februar 2015 um 9:55 Reply

    Danke für deinen Reisebericht! :-)
    Und die Pyramiden schauen fein aus!

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  3. Reni 24. Februar 2015 um 18:58 Reply

    Dein Bericht macht Lust auf die Philippinen. Ich war 2013 in Vietnam, das ist auch sehr, sehr zu empfehlen ;-)
    Deine Erdnuss-Pyramiden sehn toll aus, für mich wäre eine pikante, salzige Version eher was. Ich steh nicht unbedingt auf was Süßes (Außer Weihnachtskesen).
    Auch dein Blog…..sehr schön! Da komm ich gerne wieder :-
    LG, Reni

    Gefällt 1 Person

    • Dina 24. Februar 2015 um 19:17 Reply

      Liebe Reni, ja die Philippinen sind definitiv sehenswert. Und Vietnam steht weit oben auf meiner Reiseliste :)
      Und eine salzige Variante? Das geht bestimmt prima! Muss ich auch mal ausprobieren!
      Liebe Grüße, Dina

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      • Reni 25. Februar 2015 um 8:01

        Ich suche eh noch ein Reiseziel für nächstes oder übernächstes Jahr ;-). Drei Wochen Asien, Ziel steht noch nicht fest.
        Lieben Gruß, Reni

        Gefällt 1 Person

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